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Hermann Maas
In der alten, liebenswerten ehemals freien Reichsstadt Gengenbach wurde
1877 Hermann Maas geboren. Er studierte evangelische Theologie, war später
Stadtpfarrer von Heidelberg an Heilig-Geist und zuletzt Prälat des
Kirchenbezirks Nordbaden; er starb 1970 in Mainz.
Die Eckdaten dieses streitbaren Gottesmannes wären nur von lokaler,
allenfalls von regionaler Bedeutung, wenn er sich über seinen Beruf
hinaus nicht seiner Berufung gestellt hätte, die darin bestand, nicht
nur in Wort und Schrift, sondern auch durch Taten, vielfach unter Gefahr
für Beruf, Leib und Leben, sich für den Frieden zwischen Religionen
und Völkern und für verfolgte jüdische Mitbürger einzusetzen
und nach dem Krieg für die Versöhnung zwischen Juden und Christen
und Deutschen zu wirken.
Diese Lebensleistung von Hermann Maas fand Anerkennung im In- wie im Ausland,
vor allem auch in Israel: Prälat Maas war der erste christliche Deutsche,
der nach dem Kriege 1950 offiziell nach Israel eingeladen wurde; nach
ihm hat man in den Gilboa-Bergen ein Wäldchen benannt und in der
"Allee der Gerechten" in Yad Vashem, der Jerusalemer Gedenkstätte
für die Opfer des Holocaust 1967 einen Johannesbrotbaum gepflanzt.
Die Heimatgemeinde des einen "der 36 Gerechten unter den Völkern"
gab deshalb 1988 ihrem kirchlichen Gemeindezentrum seinen Namen und stiftete
im Jahre 1993 die Gengenbacher Hermann-Maas-Medaille.
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